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-Rauminstallation mit One-Take-Videoprojektion-

Bild: Jürgen Herdin

Wie sehen wir? Wie nehmen wir wahr? Welche Rolle spielen dabei unsere Werte und Glaubenssätze, unsere Erfahrungen und semantisch definierten Kategorien? Und wer macht diese Kategorien eigentlich? Um diese Fragen kreisen die prozessorientierten, meist transmedialen Improvisations-Projekte der Künstlerin Anke Zapf- Vaknin.

In dieser Installation schlägt sie eine Brücke zwischen dem Keller und dem Unterbewusstsein des Menschen. Vor allem während unserer Kindheit wird hier der Grundstein unseres Selbstverständnisses für ‚richtig’ oder ‚falsch’ und für vieles Andere gelegt. Und zugleich wird durch diese Grundsteinlegung auch unser Sehen beeinflusst.

Der Philosoph und Phänomenologe Bernhard Waldenfels unterscheidet zwischen zwei Arten des Sehens: dem ‚Sehenden Sehen’ und dem ‚Wieder-erkennendem Sehen’. Als Sinnbild für den ‚wieder-erkennenden’ Blick wählte die Künstlerin einen Zaun, in welchen verschiedenartige Strukturen integriert sind. Je nach Struktur, durch welche der Besucher hindurchschaut, verändert sich wie durch einen Filter sein Blick auf das, was hinter dem Zaun zu sehen ist. Was genau das sein wird, bleibt im Sinne der improvisierten Kunst noch offen.
Mit dem Mittel der Improvisation wehrt sich die Künstlerin bewusst gegen die ‚eine’ Botschaft. Ihre Projekte sind vielschichtig gedacht und nie ganz zu Ende erklärt. Sie nutzt die Kunst um der Nicht- Linearität des Lebens Ausdruck zu verleihen.

Bild: Serge Le Goff

„Geheimnisvoll und eine Inspiration zur Interpretation sind die Installationen von Anke Zapf-Vaknin.“ Jürgen Herdin, Südwestpresse

Die Installation ist Teil des Honauer Kunst-Events ‚Kunst im Tuffsteinkeller‘. Seit 2010 räumen alle zwei Jahre unter der Initiative von Frau Jutta Kraak 9 Einwohner der kleinen Stadt Honau ihre Keller leer, um Platz zu machen für die Kunst. Es ist die Gelegenheit für eine dreitägige kulturelle Feier, bei der sich Dorftraditionen, klassische Kunst, z.B. im Hauffmuseum, sowie gegenwärtige Kunstströmungen vereinigen.

Um ein Unikat zu bleiben, wird die „Kunst im Tuffsteinkeller“ jedes Mal mit einem wechselnden Kurator durchgeführt. Im Jahr 2016 fiel die Wahl auf den französischen Künstler Serge Le Goff, der sich mit der Versetzung der KünstlerInnen in die verschiedenen Keller der anderen KünsterInnen für eine besondere Auseinandersetzung mit dem Aspekt des Künstler-‚Eigentums‘ entschied. Näheres dazu ist zu lesen unter: